Wie viel Rendite „kostet“ ein gutes Gewissen wirklich? Der Green Premium Rechner vergleicht ein klassisches Welt-ETF-Portfolio mit einem nachhaltigen Pendant – auf Basis Ihrer eigenen Annahmen für Rendite und Gesamtkostenquote (TER).
Wie viel Rendite „kostet“ das gute Gewissen? Vergleichen Sie den Endwert eines klassischen Welt-ETF mit einem nachhaltigen Pendant (SRI oder Paris-Aligned) – bei individuell einstellbarer Rendite und Gesamtkostenquote (TER).
Netto-Rendite = Nominalrendite − TER. Modellrechnung ohne Steuern. Keine Anlageempfehlung.
Der Begriff „Green Premium“ stammt ursprünglich aus der Klimaökonomie und beschreibt die Mehrkosten, die für eine nachhaltige Alternative gegenüber einer konventionellen Variante anfallen. Auf die Geldanlage übertragen bedeutet er: Wie viel Rendite verzichte ich – theoretisch – wenn ich von einem klassischen MSCI World ETF auf ein nachhaltiges Pendant wie den MSCI World SRI oder ein Paris-Aligned-Produkt wechsle? Der Rechner beantwortet diese Frage konkret in Euro über einen frei wählbaren Anlagehorizont.
Viele Anleger zögern beim Wechsel zu nachhaltigen ETFs, weil sie befürchten, damit langfristig Rendite zu verlieren. Diese Sorge ist verständlich, aber häufig überzeichnet: Historische Renditeunterschiede zwischen nachhaltigen und klassischen Weltmarkt-ETFs bewegen sich meist im Bereich von wenigen Zehntelprozentpunkten pro Jahr – manchmal zugunsten der nachhaltigen Variante, manchmal zugunsten der klassischen. Auch die TER-Differenzen sind in den letzten Jahren stark gesunken: Nachhaltige Welt-ETFs sind heute für 0,20 bis 0,30 Prozent verfügbar, gegenüber 0,10 bis 0,20 Prozent bei klassischen Pendants. Der Rechner macht diese Differenzen greifbar, statt sie in gefühlten Prozenten zu diskutieren.
Zwei parallele Sparpläne werden simuliert: einer mit Ihren Annahmen für das klassische Portfolio (Nominalrendite und TER), einer für das nachhaltige. Aus der Nominalrendite abzüglich der TER ergibt sich die Nettorendite; diese wird monatlich auf den bereits vorhandenen Kapitalstock und die neue Sparrate angewendet. So entstehen zwei Vermögenskurven, deren Differenz am Ende der Laufzeit die „Kosten des guten Gewissens“ – oder gegebenenfalls den Vorsprung der nachhaltigen Variante – exakt beziffert.
Für einen breiten Weltmarkt-ETF (klassisch) lassen sich langfristige Nettorenditen von etwa 6 bis 8 Prozent pro Jahr diskutieren, bei einer TER von 0,10 bis 0,20 Prozent. Für nachhaltige Weltmarkt-ETFs (SRI, ESG-Leaders, Paris-Aligned) sind Renditen von 5,5 bis 7,5 Prozent bei einer TER von 0,20 bis 0,35 Prozent realistisch. Diese Werte variieren jedoch je nach Indexmethodik, Region und Marktphase. Experimentieren Sie ruhig mit Extremannahmen: Was passiert, wenn die nachhaltige Variante 0,5 Prozentpunkte Rendite hinterherhinkt? Wie stark verschiebt sich das Bild bei gleicher TER? Die Ergebnisse überraschen viele Anleger.
Die wichtigste Erkenntnis aus dem Green Premium Rechner ist meist nicht die Höhe der Differenz, sondern ihre Relation zum Gesamtvermögen. Bei einem monatlichen Sparplan über 200 Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren bewegt sich die Differenz zwischen einer nachhaltigen und einer klassischen Variante mit vergleichbaren Rendite- und Kostenannahmen typischerweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Endkapitals. In vielen Fällen ist die Differenz kleiner als der Effekt einer einzigen Steueränderung oder eines schlecht getimten Ein- oder Ausstiegs. Wer Nachhaltigkeit als Wertentscheidung ernst nimmt, kann diese Zahl bewusst akzeptieren – oder feststellen, dass sie kleiner ist als vermutet.
Der Green Premium Rechner arbeitet mit einer konstanten Nettorendite und einer konstanten TER. In der Realität schwanken beide: TERs können sich durch Fondswechsel ändern, Renditen sind naturgemäß volatil. Auch Steuern und Vorabpauschale sind ausgeklammert; Aktien-ETFs profitieren in Deutschland von der Teilfreistellung von 30 Prozent, was den Nachsteuerabstand tendenziell verringert. Die Rechnung berücksichtigt außerdem keine qualitativen Faktoren wie Impact-Wirkung oder regulatorische Risiken emissionsstarker Sektoren, die klassische Indizes stärker belasten könnten. Vertiefende Einordnungen dazu finden Sie in unserem Artikel Nachhaltige ETFs vs. aktiv gemanagte grüne Fonds.
Der Green Premium Rechner liefert die finanzielle Perspektive; der Nachhaltigkeits-Rendite-Rechner zeigt Ihnen die absolute Vermögensentwicklung; und der CO₂-Fußabdruck-Portfolio-Rechner fügt die ökologische Wirkung hinzu. Erst zusammen entsteht ein vollständiges Bild – und die Entscheidung, welche Balance zwischen Rendite, Kosten und Wirkung für Sie persönlich stimmig ist.
Noch unsicher, welcher nachhaltige ETF überhaupt zu Ihnen passt? Unser ESG-Fit-Quiz filtert aus 25 kuratierten ETFs die passende Empfehlung für Ihre Kriterien.