Rechner

CO₂-Fußabdruck-Portfolio-Rechner

Wie stark unterscheidet sich der CO₂-Fußabdruck Ihres Depots, wenn Sie klassische Bausteine durch ESG-, Paris-Aligned- oder Impact-Produkte ersetzen? Dieser Rechner zeigt Ihnen die Größenordnungen – transparent und in verständlichen Einheiten.

Rechner · CO₂-Fußabdruck

CO₂-Fußabdruck-Portfolio-Rechner

Vergleichen Sie die geschätzten CO₂-Emissionen Ihres Depots je nach Anteil klassischer, ESG-, Paris-Aligned- und Impact-Bausteine. Werte sind illustrative Branchendurchschnitte.

25.000 €
20 %
50 %
20 %
10 %

Summe der Anteile: 100 %

Ihr Fußabdruck
3.263 kg
Klassisch-Referenz
6.000 kg
Einsparung
2.737 kg
KlassischParis-AlignedImpact04509001.4t1.8t

Werte sind illustrative Durchschnitte (Scope 1+2, kg CO₂e p.a.). Ersetzt keine reale Portfolioanalyse.

Warum ein CO₂-Fußabdruck für das Depot?

Der Kapitalmarkt ist kein neutraler Ort. Jeder investierte Euro finanziert reale Unternehmen – und damit indirekt auch deren Emissionsintensität. Der CO₂-Fußabdruck-Portfolio-Rechner übersetzt diese Verbindung in eine konkrete Kennzahl: Wie viele Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr entfallen rechnerisch auf Ihr Depot? Und wie stark verändert sich diese Zahl, wenn Sie einen Teil klassischer Bausteine durch ESG-, Paris-Aligned- oder Impact-Produkte ersetzen?

Wie funktioniert die Rechenlogik?

Der Rechner nutzt vier Portfoliokategorien mit typischen durchschnittlichen Emissionsintensitäten pro 10.000 Euro Investitionsvolumen und Jahr. Klassische Weltmarkt-Indizes weisen historisch etwa 2.400 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro 10.000 Euro auf; ESG-Screened-Produkte kommen auf rund 1.300 Kilogramm; Paris-Aligned- Portfolios liegen bei etwa 700 Kilogramm; dedizierte Impact- und Cleantech-Fonds erreichen Werte um 350 Kilogramm. Der Rechner gewichtet Ihr eingegebenes Depotvolumen entsprechend Ihrer Anteilsverteilung und berechnet die Gesamtsumme.

Herkunft der Referenzwerte

Die verwendeten Werte stammen aus öffentlich verfügbaren Berichten großer Indexanbieter (MSCI, S&P, Solactive), Zusammenfassungen der TCFD-konformen Berichterstattung von Fondsanbietern sowie aggregierten Marktstudien. Wichtig: Wir arbeiten bewusst mit Durchschnittswerten. Ihr tatsächlicher Fußabdruck hängt vom konkret gehaltenen Fonds ab; ESG-ETFs unterscheiden sich untereinander teils erheblich. Für eine exakte Analyse sind die im Jahresbericht des jeweiligen Fonds ausgewiesenen Kennzahlen (Scope-1- und Scope-2-Emissionen, CO₂-Intensität pro Umsatzmillion) heranzuziehen.

Interpretation: Was sagt die Zahl wirklich aus?

Die berechnete Emissionsintensität ist eine Momentaufnahme, kein moralisches Urteil. Sie erlaubt Vergleiche zwischen Depot-Konfigurationen, nicht aber absolute Aussagen über die Klimawirkung Ihres Investments. Ein Portfolio mit niedrigem CO₂-Fußabdruck finanziert Unternehmen, deren aktuelle Emissionen gering sind – das heißt nicht automatisch, dass dieses Kapital besonders viel zur Dekarbonisierung beiträgt. Transition- oder Engagement-Strategien können bewusst in emissionsstarke Unternehmen investieren, um deren Umbau zu begleiten. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und schließen sich nicht aus.

Grenzen der Berechnung

Der Rechner erfasst Scope 1 (direkte Emissionen) und Scope 2 (aus Energieverbrauch) – die vor- und nachgelagerten Scope-3-Emissionen sind mangels einheitlicher Datenlage nicht berücksichtigt. Gerade in Sektoren wie IT, Konsumgüter oder Finanzdienstleistungen liegt der Großteil der Emissionen jedoch in Scope 3. Die gezeigten Werte sind daher eine Untergrenze. Zudem berücksichtigen sie keine individuellen Fondsstrategien wie Ausschlusskriterien, Engagement-Aktivitäten oder SFDR-Klassifizierung. Für vertiefende Kontextualisierung empfehlen wir unseren Artikel ESG-Kriterien einfach erklärt.

Warum absolute Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind

Die berechnete Kilogrammzahl wirkt konkret – doch sie beruht auf Durchschnittswerten ganzer Kategorien. Zwei ESG-Screened-ETFs auf denselben Basisindex können sich in ihrer tatsächlichen Emissionsintensität um mehrere hundert Kilogramm CO₂e pro 10.000 Euro unterscheiden, je nach Ausschlussschwellen, Regionenmix und Sektorgewichtung. Wer eine belastbare Zahl für ein reales Depot braucht, sollte zusätzlich in den jährlichen TCFD-Berichten der jeweiligen Emittenten nachschlagen oder ein spezialisiertes Analyse-Tool nutzen. Unser Rechner ist bewusst als didaktisches Modell konzipiert – er zeigt Muster und Größenordnungen, nicht die exakte Klimabilanz Ihres persönlichen Portfolios.

Typische Verzerrungen in CO₂-Bilanzen

Viele Investoren übersehen, dass CO₂-Bilanzen stark davon abhängen, wie Emissionen einem Unternehmen zugerechnet werden. Eine energieintensive Aluminiumhütte, die grünen Strom bezieht, weist möglicherweise niedrigere Scope-2-Emissionen aus als ein Softwarekonzern mit fossil versorgten Rechenzentren – obwohl die reale Klimawirkung eine andere ist. Auch die Wahl der Bezugsgröße spielt eine Rolle: Emissionen pro Umsatzmillion sehen bei hochpreisigen Nischenanbietern günstiger aus als bei margenschwachen Massenherstellern, obwohl das absolute Emissionsvolumen vergleichbar sein kann. Halten Sie sich diese Verzerrungen vor Augen, wenn Sie zwei Portfolios vergleichen: Die Kennzahl ist ein Anhaltspunkt, kein Verdikt.

Vom Modell zur echten Portfoliostrategie

Der CO₂-Fußabdruck-Rechner ist ein Einstieg – nicht das Ende der Analyse. Wer ernsthaft ein emissionsarmes Depot bauen möchte, kombiniert vier Ebenen: erstens die Auswahl der richtigen Anlagevehikel (Paris-Aligned, EU Climate Transition Benchmarks, dezidierte Cleantech-Fonds); zweitens die aktive Nutzung von Stimmrechten (Engagement-Voting statt bloßem Ausschluss); drittens die regelmäßige Überprüfung der Fondszusammensetzung anhand der veröffentlichten Emissionsdaten; und viertens die bewusste Entscheidung zwischen einer Ausschluss- und einer Transition-Strategie. Beide Wege können zu unterschiedlichen Fußabdruck-Ergebnissen führen – und trotzdem legitim sein. Nutzen Sie den Rechner, um diese strategischen Entscheidungen faktenbasiert zu treffen, nicht bauchgesteuert.

Wie Sie den Rechner sinnvoll nutzen

Beginnen Sie mit Ihrer aktuellen Portfolioaufstellung und geben Sie Ihre Anteile möglichst ehrlich ein – auch wenn 100 % klassische ETFs zunächst ernüchternde Werte liefern. Danach experimentieren Sie: Welche Wirkung hat es, wenn Sie 30 % Ihrer klassischen ETFs durch ESG-Screened-Varianten ersetzen? Wie stark ändert sich Ihr Fußabdruck, wenn Sie einen Impact-Fonds als Satellit hinzunehmen? Der Rechner liefert nicht die eine „richtige“ Antwort, sondern eine Diskussionsgrundlage für Ihre nächste Portfolioentscheidung – idealerweise ergänzt um die Renditeperspektive unseres Nachhaltigkeits-Rendite-Rechners und den Kostenvergleich im Green Premium Rechner.

Noch unsicher, welcher nachhaltige ETF überhaupt zu Ihnen passt? Unser ESG-Fit-Quiz filtert aus 25 kuratierten ETFs die passende Empfehlung für Ihre Kriterien.

Fazit

Der CO₂-Fußabdruck-Portfolio-Rechner macht sichtbar, was in Prospekten oft nur in Fußnoten steht. Er ersetzt keine tiefgehende Portfolioanalyse, aber er liefert eine greifbare Kennzahl, mit der Sie Ihr Depot regelmäßig hinterfragen können. Nachhaltiges Investieren beginnt mit dem Wissen darüber, was das eigene Kapital heute finanziert.

Grüne Geldanlage.

Redaktionelles Portal für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Unabhängig, faktenbasiert – ohne Anlageberatung.

Disclaimer

Die Inhalte dieses Portals dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen und Verlustrisiken.

© 2026 Grüne Geldanlage. Alle Rechte vorbehalten.
Redaktion Grüne Geldanlage · Deutschland